Das starke Herz

Schauspiel in drei Akten

Ladislaus Fodor

Helene, eine ehrgeizige Ärztin, verliert über ihrer Karriere den Blick für ihre Ehe mit dem Filmkomponisten Felix. Während sie nachts in der Klinik arbeitet, findet er Trost bei der jungen Maria – Helenes Wahlschwester. Als Maria schwanger wird, droht das fragile Gleichgewicht zu zerbrechen. Zwischen Beruf, Liebe und Verrat muss Helene eine Entscheidung treffen, die ihr Leben und das ihrer Familie für immer verändert.
ausführliche Beschreibung
Helene, eine emanzipierte und engagierte junge Ärztin, übersieht das Auseinanderbrechen ihrer jungen Ehe. Ihr Blick aufs Privatleben ist verstellt vom Karrieredenken. Eigentlich ist sie mit ihrem Beruf verheiratet. Zu Hause bieten ihr Ehemann Felix, ein Filmkomponist, der kurz vor seinem ersten Erfolg steht, und ein Mädchen namens Maria ein beinahe bürgerliches Idyll. Maria ist ein 19-jähriges Waisenmädchen aus einem europäischen Krisengebiet, dem Helene ein Heim und Familie bietet.

Alleingelassen in der komfortablen Wohnung, kommen Maria und das Musikgenie Felix einander näher. Helene arbeitet bis spät in die Nacht in der Klinik und tagsüber in der Privatordination. Ihre Wohnung betritt sie wie eine Diebin, ganz leise und immer spät in der Nacht. So bleibt Felix nur die Gesellschaft von Maria, der mädchenhaft verführerischen Wahlschwester seiner Frau. Seine Filmkompositionen sind jetzt begehrt und die Einkünfte seiner Frau längst nicht mehr notwendig, um ein bequemes Leben zu führen. Doch Helene will ihren Beruf nicht aufgeben.

Ihr Klinikchef, ein charmanter Professor der alten Schule, eröffnet der strebsamen Ärztin, die er zu seiner ersten Assistentin gemacht hat, seine Liebe. Helene soll von nun an wissenschaftlich tätig sein und als die persönliche Referentin des Professors zu allen internationalen Kongressen reisen. Ein verlockendes Angebot, das Helene in einen schmerzlichen inneren Konflikt stürzt. Zu Hause ihr vernachlässigter Mann, die moderne, unter hoher Kreditlast aufgebaute Ordination – was tun? Felix möchte mit ihr nach Rom auswandern, da er an der berühmten Cinecitta von den ersten Regisseuren Italiens verlangt wird.

„Schwesterherz“ Maria bringt die Wende. Eine grippale Unpässlichkeit wird von Helene eindeutig als Schwangerschaft diagnostiziert. Maria weigert sich standhaft den Vater zu nennen, doch Helene ahnt, dass sie selbst die „Melange à trois“ heraufbeschwört hat. Felix fand Trost bei der kleinen Schwester und Helene fühlt sich mitschuldig, waren es doch nur mehr Streiflichter einer ehelichen Beziehung, die sie und Felix verbanden.

Maria will das Kind nicht, doch Helene findet die goldene Brücke, die Marias Ehre durch die Zusage der absoluten Diskretion sichert und das junge Leben schützt. Wie eine vollendete Diplomatin löst Helene den gordischen Knoten des Familiendramas. Ohne ihren Mann über die Schwangerschaft seiner Geliebten zu unterrichten, bittet sein um die Scheidung, weil sie den Professor liebt. Die Wohnverhältnisse ändern sich nicht, nur dass Helene die Schwägerin und Maria die Frau von Felix sein wird. Dass nennt man ärztliche Schweigepflicht.
5D 5H
2 Dek.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Ungarischen:
Georg Fraser
Bearbeitung: Georg Fraser