Die Glut

(Embers)
Bühnenfassung nach dem Roman von Sándor Marai

Christopher Hampton / Sándor Márai

„Die Welt, auf die wir geschworen haben, gibt es nicht mehr."
In einem abgelegenen Schloss in den ungarischen Karpaten empfängt der alte General Henrik nach über 40 Jahren seinen Jugendfreund Konrád. Die beiden Männer verbindet eine intensive Vergangenheit: eine enge Freundschaft, ein plötzlicher Bruch – und die Frau dazwischen. Über die Nacht, in der Konrád damals unerwartet verschwand, sprechen sie nun zum ersten Mal.

Am Beispiel einer zerbrochenen Freundschaft wird eine Tür in ein versunkenes Zeitalter aufgetan. Der Rechenschaftsbericht, den die zwei Freunde im Alter ablegen, behandelt die großen Lebensthemen Glück, Treue, Gerechtigkeit, Liebe und Verrat.
ausführliche Beschreibung
Einst, als junge Soldaten der k.u.k. österreichisch-ungarischen Armee, waren sie Freunde geworden und wollten es ein Leben lang bleiben: Henrik, der Sohn eines adeligen Schlossbesitzers, und Kónrad, der aus kargen Verhältnissen stammende galizische Rekrut. Die Liebe zu Henriks Ehefrau Krisztina hat sie vier Jahrzehnte lang entzweit. Nach einer seltsamen Begebenheit während eines Jagdausflugs hat Kónrad über Nacht seine Heimat verlassen. Krisztina ist acht Jahre nach Kónrads Verschwinden gestorben. Henrik lebt seit ihrem Tod mit der alten Nini, der stillen Zeugin und Begleiterin seines Lebens, zurückgezogen im Schloss. Er wartet auf den Tag, an dem Kónrad zurückkehren wird. Im Sommer des Jahres 1940 ist es soweit. Als alte Männer treffen sie noch einmal zusammen, um mit der ungeklärten Vergangenheit abzurechnen. In einem dramatischen Rededuell werden viele Fragen aufgerollt: Wer trägt Schuld am tragischen Verlauf dieser drei Lebensgeschichten? Wie ist die Flucht des einen und die Erstarrung der beiden anderen mit der Glut der Leidenschaft, die sie verzehrt hat, in Verbindung zu bringen? Gibt es eine Wahrheit, einen Sinn dieser scheinbar nur privaten Geschichte?
1D 2H
Schauspiel
UA: Februar 2006, Duke of York’s Theatre, London
DEA: 4.12.2009, Schauspielhaus Graz
Übersetzung aus dem Englischen:
Reinhard Kaiser-Mühlecker

Credits

Bühnenfassung nach dem Roman von Sándor Marai