Ubu Roi – König Ubu

(Ubu Roi)
Wiener Fassung

H. C. Artmann / Alfred Jarry

Mit „Ubu Roi“ sorgte Alfred Jarry 1896 nicht nur für einen veritablen Theaterskandal, sondern erschuf auch eine Kultfigur des absurden, antiillusionistischen Theaters. Der „Bürgerschreck“ H.C. Artmann hat die Derbheit Jarrys lustvoll ins Wienerische übertragen.

Jarry schriebt das Stück als Parodie auf Shakespeares „Macbeth“, im Zentrum steht der machthungrige und grobschlächtige Vater Ubu und seine nicht minder durchtriebene Ehefrau. Sie stachelt ihn dazu an, den König zu ermorden und selbst König zu werden. Die Intrige gelingt und Ubu etabliert ein System aus Terror und Irrsinn.

„ … i hab die Regierung gstürtzt und frisch übernommen. Jetzt gehts aus an anderen Ton: Seids froh, daß i die Steiern nur verdoppel und net verdreifach. Mein Spezialsystem, selbst ersonnen, damit komm i schnell zu mein verdienten Vermögen. Und wanns soweit is, laß i alle umbringen und fahr auf Urlaub.“
„Im Wiener Dialekt ertönt das Stück schnarrend vital, erklingt auch nicht einfach als goutierbare Exotik, sondern jetzt kommt die blutig-gemütliche Vulgarität des Textes und die monströse Grobheit des französischen Stilgestus überhaupt erst richtig heraus.“
Jörg Drews, Süddeutsche Zeitung
„Die Wiedergabe des französischen Textes durch Wiener Dialekt in der Übersetzung H. C. Artmanns ist nicht einfach kodierbare Exotik; vielmehr lassen sich eventuell nur in einem Dialekt wie dem 'Wienerischen' die blutig-gemütliche Vulgarität des Textes und die monströse Grobheit des französischen Stilgestus adäquat wiedergeben.“
Aus der Jury-Begründung zum Hörspiel des Monats, September 1990
„ein Artmann'sches Sprachfeuerwerk“
Cornelius Hell, Die Furche, 15. Februar 2007
„… keine andere Sprache erscheint so für die Bösartigkeit Ubus geeignet als das Wienerische“
Die Welt
2D 13H
4 Dek.
Schauspiel
UA: 15. Juni 1989, Staatstheater Stuttgart, Regie: Johann Kresnik
ÖEA: 29. September 1990, Theater in der Porzellangasse, Regie: Karl Welunschek
Übersetzung aus dem Französischen:
H. C. Artmann
Bearbeitung: H. C. Artmann