Der Aufstand der Irren

Ein kleiner Entwurf

Maria Lazar

Ein Fragment aus dem Nachlass – eine scharfe Satire auf den Wahnsinn einer autoritären Revolution
„Mit den Uhren hat es angefangen. Heut stehen sie. Bald werden sie nach rückwärts gehen.“
Wegen einer Grippe befinden sich alle Ärzte eines Irrenhauses im Infektionspavillon. Die Tür ist verschlossen, der Schlüssel verschwunden. Unter den Bediensteten geht das Gerücht, ein Patient der Klinik wolle die Leitung der Anstalt übernehmen. Er wird der Uhrmacher genannt, da er alle Uhren in der Klinik rückwärts laufen lasse. Die einen halten ihn für einen harmlosen Irren, andere für gefährlich und wieder andere scheinen von ihm fasziniert.

Schließlich dringt das Geräusch von Schüssen herüber, Patienten der Abteilung 3 haben den Infektionspavillon überfallen. Das Personal kann sich in den Hörsaal der Klinik retten und verschanzt sich dort. Soll man nun kämpfen oder aufgeben? Sind die Anführer des Aufstands verrückt oder nicht?

Bereits in ihrer Komödie „Die Hölle auf Erden“ wählte Maria Lazar den Ort der Irrenanstalt als Metapher einer Welt am Abgrund. „Der Aufstand der Irren“ ist eine finstere Parabel, ein Text, der in jenem Moment abbricht, in dem die Patienten den Hörsaal stürmen.
3D 5H
Komödie, Kurzdrama
Frei zur: UA