La notte italiana – Reise ans Ende der Gleichgültigkeit

Mario Wurmitzer

Ist sie am Ende? Die Sozialdemokratie? Der Chor der Träumer gilt als ihr Thinktank, ihre Denkfabrik. Bei Zusammenkünften werden visionäre Ideen geboren und Strategien nach außen entwickelt. Die Sitzungsordnung wird durch die kämpferische Marie und den intellektuellen Businessmann Bruno gestört. Marie will etwas verändern und Mitglied werden, Bruno will einfach nur mit Freunden hier feiern. Als die ihn zurücklassen, schließt sich Bruno dem Chor an und arrangiert sich. Er wird sogar zur neuen Leitfigur. Marie will nirgendwo mehr dazugehören. Mario Wurmitzers kritische Auseinandersetzung mit dem Zustand der Sozialdemokratie in Österreich und darüber hinaus. Kann sie sich aus der Erstarrung lösen? Politische Satire hochaktuell!
ausführliche Beschreibung
Der Chor der Träumer ist eine engagierte politische Denkfabrik, ein Thinktank der Ideen. Seine Mitglieder wollen Missstände verändern und etwas bewegen. Bei regelmäßigen Zusammenkünften stellt sich der Chor grundsätzliche Fragen: Wie kann eine zeitgemäße linke Politik heute und in Zukunft aussehen? Die Diskutanten hinterfragen ihre innere Haltung, analysieren die Erwartungen der Bevölkerung und erarbeiten passende Kommunikationsstrategien. Sie haben einen gesellschaftlichen Auftrag und tragen Verantwortung. Vorwürfe, den Bezug zur Basis verloren zu haben, weisen sie zurück. Hin und wieder neigen sie zu Lethargie. Dann wieder verströmen sie Hoffnung und Zuversicht. Oberstes Ziel ist das Festhalten an der Tagesordnung. Doch der Chor wird bedroht. Draußen formieren sich Gegner, die Bösen, die anderer Meinung sind. Den Bösen wird die Stirn geboten. In der Theorie. Mit kämpferischen Essays. Der Chor der Täumer hält sich für wichtig. Mit Sicherheit wartet die Welt auf neue Verkündigungen nach der heutigen abendlichen Sitzung in einem Restaurant.

Marie möchte Mitglied werden. Sie will nicht jammern, sie will etwas tun. Der Chor wird ihre Tauglichkeit prüfen. Bruno Schmidt hingegen möchte hier mit seinen Freunden Party machen. Auf dem Weg zur Toilette platzt er in die Sitzungsrunde. Er ist bei seiner Sinnsuche in eine Sackgasse geraten. Er hat Business gemacht, sieht sich als Intellektueller und versteht die Welt plötzlich nicht mehr. Sofort bietet man ihm das Ideengerüst der sozialen Gerechtigkeit an. Bruno kommt aus dem Konzept. Seine Freunde verlassen das Lokal. Bruno bleibt mit Marie und dem singenden Chor zurück. Marie durchschaut die leeren Worthülsen und stellt unangenehme Fragen. Der Chor vertröstet sie. Bruno wird zur neuen Leitfigur ernannt. Er wird nicht der letzte Hoffnungsträger sein, der sich arrangiert. Auch der drohende Angriff der Bösen löst sich auf. Kommt er noch? Der große Umschwung? Oder löst sich der Chor auf, und die Party kann endlich weitergehen …
„Denkspiel mit ziemlich vielen doppelten Böden“
Michael Laages, Die deutsche Bühne, 7. Jänner 2024
„prima Satire, schlau, temporeich und sehr witzig“
Jens Fischer, taz, 6. Februar 2024
„Dieses stimmige satirische Spektakel regt förmlich dazu an, darüber nachzudenken, wieviel ein jeder redet – und was er tatsächlich tut.“
Désirée Warntjen, WZ, 4. Jänner 2024
mind. 5 DarstellerInnen
Schauspiel
Inspiriert von „Italienische Nacht“ von Ödön von Horváth
UA: 06.01.2024, Landesbühne Niedersachsen-Nord, Wilhelmshaven