Die liebe Fee Pocahontas oder Kasperl als Schildwache

H. C. Artmann

Die Zauberposse reiht sich in die Tradition der Wiener Hanswurstiaden würdig ein. Das Spiel ist zwar im amerikanischen Szessionskrieg angesiedelt, doch steht dieser Schauplatz nur als Chiffre für Prinzipielles.

Der Soldat Kasper wird von seinem Hauptmann schikaniert, weil er alle, die nicht Johann heißen, für Spione hält. Aber Kaspers erbarmt sich die gute indianische Fee Pocahontas, die immer zur Stelle ist, wenn er sie ruft. Sie erscheint als Krokodil, als Kuckuck, als Sturm und schließlich wieder als Fee, weil Kasper vor allen anderen Erscheinungen in immer größere Furcht geraten ist. Schließlich schafft sie ihm sogar die Frau Hauptmann und ein großes Bett herbei, damit er dem gehassten Hauptmann Hörner aufsetzen kann. Doch der Plan geht schief und Kasper muss die Nacht unter dem Bett verbringen. Am nächsten Morgen wird er gefunden und als Spion verhaftet. Ein letztes Mal kommt ihm die leibe Fee zu Hilfe.
„Hanswurstiade mit Tiefgang … in der für Artmann typischen Art, voller Sprachwitz und Fabulierlust, ganz schön derb aber auch hintergründig.“
Vorarlberger Nachrichten
2D 7H
Mit Mehrfachbesetzungen: 1 D 3 H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 05.03.1971, Theater in der Josefstadt/Kleines Theater im Konzerthaus