Die Sache mit dem Heinrich

Mira Lobe

Die Geschichte von Heinrich und Julia ist der Versuch, an einem Einzelschicksal einen Notstand unserer Gesellschaft zu erhellen
Die Sache mit dem Heinrich ist sehr kompliziert. Denn als Julia zufällig entdeckt, dass ihr Mitschüler Heinrich zwei blutunterlaufene dunkle Flecken zwischen den Schultern und eine blutverkrustete Wunde am Hinterkopf hat, vermutet sie, dass er zu Hause geprügelt wird. Sie will ihm helfen und stößt überall auf Ablehnung: Heinrich verweigert jeden Kontakt, die Lehrerin und der Rektor fürchten Komplikationen, weil man dies den Eltern Heinrichs nicht nachweisen könne. Und was am Schlimmsten ist: Auch Julias Eltern, die sie stets zu Mitgefühl und Hilfsbereitschaft erzogen haben, raten ihr ab, sich in diesem Fall zu engagieren. Trotz aller Enttäuschung gibt Julia nicht auf. Sie findet Prügel unmenschlich und will Heinrich helfen. Die Schwierigkeiten, auf die sie als Kind trifft, sind enorm …
„Zu den bekanntesten Büchern zum Thema Kindesmisshandlung gehört: ‚Die Sache mit dem Heinrich‘ von Mira Lobe. Sie versucht mit dieser Geschichte die Frage zu klären, gehören Kinder ihren Eltern und ‚können die mit ihnen machen, was sie wollen?‘“
Gabi Trinkaus, taz, 27. März 1999
„In ‚Die Sache mit dem Heinrich‘ (1989) setzt [Mira Lobe] sich als erste Kinder- und Jugendbuchautorin mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinander.“
Petra Niederberger