610 Bedford Drive – I'm an American

Michaela Ronzoni

„Geschmack ist nichts anderes als die Differenzierungsfähigkeit dessen, der ihn besitzt. Und im amerikanischen Fall ließe sich darüber streiten.“
Los Angeles 1943. Franz Werfel, von den Nazis in die Emigration getrieben, schreibt in seinem Haus am Bedford Drive sein Stück „Jacobowsky und der Oberst“, in dem er seine Erlebnisse auf der Flucht zu einer burlesken Tragikomödie verarbeitete. „610 Bedford Drive“ setzt dort ein, wo ihm ein junger amerikanischer Autor zur Seite gestellt wird, der ihm helfen soll, den „Jacobowsky“ für den amerikanischen Publikumsgeschmack zu adaptieren. Zwei Welten prallen aufeinander. Auf der einen Seite der in seiner Identität zwischen jüdischem Elternhaus und Sympathie für den Katholizismus zerrissene Franz Werfel, auf der anderen Seite der junge Autor Clifford Odets, ein früheres „Enfant terrible“ der New Yorker Literaturszene, das sein Leben im Schleudersitz wankelmütiger Publikumsliebe endlich wieder mit Erfolg stabilisieren will. Der Kontrast der beiden Autoren könne nicht größer sein. Es kommt zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen über Kunst und Literatur, am Ende aber haben beide vom anderen gelernt und respektieren die unterschiedlichen Haltungen.
„Michaela Ronzoni ist ein Name, den man sich merken muss … Spontan, lebendig lässt Autorin Manzoni den Dialog wogen, sich festhaken und wieder frei schwingen. Da ist nichts historisch papieren, gedankenschwer … Ein kurzer, dichter, kostbarer Theaterabend.“
Die Presse, 11. Jänner 1997
„… ungemein dichtes, fesselndes Stück“
Lona Chernel, Wiener Zeitung, 11. Jänner 1997
„Die beiden können im lebendigen verbalen Schlagabtausch Weltanschauung verlebendigen – und bieten auch noch darstellerische Traumrollen.“
Vorarlberger Nachrichten, 11. Jänner 1997
„Ungebremst und voll Humor lässt sie die Charaktere aufeinanderprallen“
R. Henning, Neue Kronen Zeitung, 11. Jänner 1997
„Ein großer Theatererfolg auf leisen Pfoten.“
Werner Rosenberger, Kurier, 12. Jänner 1997
2H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 08.01.1997, Theater Drachengasse, Wien, Regie: Hakon Hirzenberger