Himmel oben

Norbert Silberbauer

Seit fünf Jahren liegt der alte Mann hilflos im Bett und ist völlig auf die Pflege anderer angewiesen. Seine Kinder haben jedoch das Interesse an ihrem Vater verloren und geben sein Geld nur noch verschwenderisch aus. Die einzige Person, die sich Tag und Nacht um den kranken alten Mann kümmert, ist seine alternde Schwiegertochter. In ihrer Einsamkeit verbringt sie ihre Tage und Nächte in der Dachkammer und kümmert sich um den schmollenden alten Mann, dessen einziges Kommunikationsmittel ein Stock ist. Er schlägt ihn auf den Boden, wenn er einen Wunsch hat, mit dem er seinen Unmut kundtut. Dieses Zusammenleben ist so etwas wie eine unverdiente Strafe für die fünfundfünfzigjährige Frau, die durch die ständige Pflege ihres Schwiegervaters alles verloren hat, was sie in ihrem Leben hatte - ihren Mann, ihre Kinder und ihr eigenes Geld. Kein Wunder, dass in der Beziehung zu ihrem Schwiegervater neben der aufopfernden Liebe auch Bitterkeit und Hass ihren Platz einnehmen.