Artus, letzte Schlacht

Jérôme Junod

politik
Jérôme Junods Interpretation der Artussage widmet sich den letzten Jahren eines gebeutelten Helden, dem die Kontrolle über sein Reich und sein Leben zunehmend entgleitet und der sich selbst in seiner Einsamkeit zu verlieren droht. Dahinter steht die allgemein gültige Auseinandersetzung von Macht und Ohnmacht, und die Frage nach der Möglichkeit einer gerechten Regierung.
ausführliche Beschreibung
Jener, welcher das Schwert aus dem Stein zieht, soll einst König werden. Artus, der sagenumwobene Herrscher, erfüllt die Prophezeiung und besteigt den Thron, an seiner Seite stehen der geheimnisvolle Zauberer Merlin und sein jähzorniger Ziehbruder Kay. Der junge König setzt sich fürs Volk ein, die Ehe mit Guinevere wird aus Liebe, nicht aus politischem Kalkül geschlossen. Für Artus eröffnet sich eine vielversprechende Zukunft.

Doch bald sind die glorreichen Zeiten vorbei, das Königreich Logris ist gezeichnet von Krieg und Hunger. Das stets unzufriedene Volk schmettert Artus seinen Unwillen entgegen, den seine Rolle als makellose Herrscherfigur immer mehr überfordert. Über seinem Haupt schwebt die ständige Bedrohung durch einen gesichtslosen Feind: Mordred, dessen Name jeder kennt, trachtet Artus nach dem Leben. Mordred ist das Kind von Artus‘ Schwester Morgan, die sich von ihm wütend trennte – wo wird die düstere Figur als nächstes eingreifen?

"Seht ihr denn nicht, dass ich hier alles tue, in eurem Sinne zu entscheiden? Und ja, ich mache Fehler. Und ja, es läuft nicht alles einwandfrei. Wäre es aber zuviel verlangt, dass ihr euch einmal, einmal nur bedankt? Dass ihr nur anerkennt, dass hier ein Mensch versucht eure Sorgen ernstzunehmen, sich Tag und Nacht abquält, damit ihr euer Leben halbwegs gesichert führen könnt? Ich gebe jederzeit die Krone ab, wenn irgendwer von euch diese Verantwortung übernimmt. Du? Du? Du vielleicht? Aber nein, so laut ihr auch beim Maulen seid, so leise seid ihr wenn es ernst wird. – Wisst ihr was? Ihr seid feige! Ihr seid hinterlistig! Ihr seid kleinliche, kleine Seelen! Ich hab gekämpft, seit Jahren habe ich alles getan, nicht einer von denen zu sein, die ihr Volk nur als bloße Ressource betrachten, für Steuern und für Schlachten gut. Manchmal bereu ich’s fast."
3D 6H
Schauspiel
UA: 11.11.2021, Schauspielhaus Salzburg