Friedrich Cerha

Komponist

(* 1926 in Wien | † 2023 ebenda)

„Ich habe Musik gemacht, so wie ich atme“

Cerha zählt zu den wichtigsten Vertretern der neuen Musik, ein Jahrhundertkomponist, der über viele Jahrzehnte die Musikwelt entscheidend prägte.

Er wurde 1926 in Wien geboren. Schon als Gymnasiast leistete er politisch aktiven Widerstand, desertierte dann zweimal von der deutschen Wehrmacht und überlebte das Kriegsende als Hüttenwirt in Tirol. Ab 1946 studierte er an der Wiener Musikakademie Violine, Komposition und Musikerziehung und an der Universität Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie.

Zunächst war er als Geiger und Musiklehrer tätig und stand einerseits in Kontakt zur avantgardistischen Untergrundszene junger Maler und Literaten um dem Art-Club und andererseits zum Schönberg-Kreis der österreichischen Sektion der IGNM; der Schönberg-Schüler Josef Polnauer gab ihm privaten Analyseunterricht zu Werken der Wiener Schule. 1956, 1958 und 1959 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil und 1958 gründete er mit Kurt Schwertsik in Wien das Ensemble „die reihe“, das konsequent Werke der Avantgarde, der Wiener Schule und der gesamten klassischen Moderne präsentierte und internationale Anerkennung fand. Von 1959 bis 1988 lehrte Friedrich Cerha an der Hochschule für Musik in Wien, wo er von 1976 bis 1988 eine Klasse für Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik leitete.

Auszeichnungen (Auswahl):
- Großer Österreichische Staatspreis, 1986
- Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 2005
- Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 2008
- Ernst von Siemens Musikpreis, 2012