Der Kaufmann von Venedig

(The Merchant of Venice)

William Shakespeare

„Das Stück … enthält im Text seltsame Widersprüche und Irreführungen, als habe man vorgehabt, sich nicht festzulegen … Ist der 'Kaufmann von Venedig' ein antisemitisches oder ein philosemitisches Stück? Es ist ein Stück gegen Vorurteile, gegen Verallgemeinerungen. Scheilock wird in keiner Situation gezeigt, die gegen ihn einnehmen könnte … Von Coriolan werden die Plebejer beschimpft, und ohne dass Shakespeare die erhobenen Vorwürfe beweist oder sich zu eigen macht. Diese sublime Technik, Spannung durch Vorurteile zu schaffen, wendet er zum erstenmal im 'Kaufmann' an.“ (Hans Rothe, Vorwort)

Hans Rothe gilt als einer der großen Shakespeareübersetzer- und interpreten, seine radikalen, bühnenwirksamen Neuinterpretationen sorgten für heftige Debatten und Anfeindungen. In rund 50 Jahren übersetzte Rothe alle Werke Shakespeares. In der Weimarer Zeit wurden seine Übersetzungen als Zeugnis eines entfesselten Theaters gelobt und lösten einen regelrechten Shakespeare-Boom aus.

„Durch Frische der Sprache, bewusste Weglassungen, freisinnige Interpunktion und als Mittel der Interpretation vermittelt Rothe einen 'neuen' Shakespeare.“ (Johannes F. Evelein, 2005)
3D 16H
Schauspiel
UA: 10.11.1926, Schauspielhaus Leipzig
Übersetzung aus dem Englischen:
Hans Rothe
Bearbeitung: Hans Rothe