Lola Lorme

Autorin, Übersetzerin

(* 1883 in Wien | † 1964 in Bern)

Lorme, geb. Ludmilla Nadel, war die Tochter des jüdischen Ingenieurs Ignaz Nadel und seiner Ehefrau Anna Nadel. Sie studierte Philosophie, Sprachwissenschaft und Musikgeschichte an der Universität Wien und war ab 1907 als Journalistin, Schriftstellerin, Dramatikerin und Übersetzerin aus dem Französischen, Russischen, Englischen und Italienischen tätig. 1918 wurde sie kurzzeitig Mitarbeiterin im dramaturgischen Büro des Hof- und Nationaltheaters in München. Lorme fand anschließend eine Tätigkeit als Theater- und Musikkritikerin für die Bayerische Staatszeitung. 1930 kehrte sie nach Wien zurück und war für Radio Wien tätig. 1939 emigrierte sie nach Italien, 1947 in die Schweiz. Ab 1948 lebte sie bis zu ihrem Tod in Bern. 1954 wurde ihr der Professoren-Titel verliehen.

Ihre Übersetzungen – begonnen in den 1920er-Jahren – prägten die Goldoni-Rezeption im deutschen Sprachraum. Die Übersetzungen (insgesamt 35) wurden auf allen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum gespielt. Obwohl sie 1945 bei einer Brückensprenung das Augenlicht verlor, arbeitete sie gemeinsam mit Margarethe Schell-von Noé trotzdem unermüdlich bis kurz vor ihrem Tod schriftstellerisch weiter.
Foto: © Brühlmeier